Die EU diskutiert derzeit eine Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik, wobei der mög-
liche baldige EU-Beitritt der Ukraine eine wichtige Rolle spielt. Ukrainische Agrarver-
bände kritisieren, dass diese Gespräche ohne ihre Beteiligung stattfinden.
Am 4. März 2026 fand in Brüssel eine Veranstaltung mit dem Thema “Ukrainische
Landwirtschaft in der EU: Ein Blick aus Kiew" statt. Daran nahmen Vertreter der Ukra-
inischen Agrarwirtschaft (UCAB), dem Ukrainischen Agrar Committee (UAC), Farm
Europe, John Deere und der Internationalen Vereinigung Europäischer Rübenanbauer
(CIBE) teil. Bei der Veranstaltung wurde ein gemeinsames Positionspapier des ukrai-
nischen Agrarsektors vorgestellt und diskutiert, um daraus politische Empfehlungen
für Brüssel, die EU-Mitgliedstaaten und Kiew abzuleiten.
Herausforderungen gibt es insbesondere in der Einhaltung von europäischen Stan-
dards und den damit verbundenen Investitionen. CIBE moniert, dass die ukrainischen
Agrarverbände die Lage der EU-Landwirtschaft, den europäischen Markt sowie die
aktuelle Debatte über die Gemeinsame Agrar – und Handelspolitik derzeit nicht richtig
einschätzen würden.
Die EU und die Ukraine wenden seit November 2014 vorläufig ein Assoziierungsab-
kommen an. Als Teil dieses Assoziierungsabkommens wird seit Januar 2016 eine ver-
tiefte und umfassende Freihandelszone (DCFTA) vorläufig angewandt. Es senkt die
Zölle, mit denen europäische Unternehmen beim Export in die Ukraine konfrontiert
sind. Das Abkommen erleichtert den Handel, indem es die Zollverfahren effizienter
gestaltet und die ukrainischen Rechtsvorschriften, Vorschriften und Verfahren, ein-
schließlich Normen, schrittweise an die der EU angleicht. Anfang Dezember 2025
hatte sich der Assoziierungsausschusses für Handelskonfiguration erneut dazu bera-
ten. Eine Angleichung an EU-Standards soll demnach bis 2028 als verbindliche Be-
stimmung zwischen der EU und der Ukraine vollzogen werden.