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Autonome Handelsmaßnahmen – Zollliberalisierung der Ukraine

21.02.2024 Die Handelssituation mit der Ukraine hält die europäischen Dachverbände der Anbauer für Zucker, Getreide/Ölsaaten, Geflügel und Eiern auf trapp. Seit Anfang Januar setzen sich die Interessenvertreter für die Unterstützung der Ukraine unter fairen Bedingungen für die europäischen Anbauer ein. So haben sich bereits 13 Vorsitzende von europäischen Zuckerrübenanbauerverbänden, darunter Eckard Hinrichs (Verbandsvorsitzender des DNZ), im Januar in einem Schreiben an ihre nationalen Agrarminister gewendet.

Der Agrarsektor hat durch die Maßnahmen zur Handelsliberalisierung eine hohe Last zu tragen. Die Einfuhrmengen für das Marktjahr 2023 von Getreide, Ölsaaten und Geflügelfleisch haben sich mehr als verdoppelt, bei Eiern versechsfacht und beim Zucker haben sie sich verzwanzigfacht. So wurden statt dem jährlichen Kontingent von 20.070 Tonnen Zucker im Jahr 2023 rund 442.000 Tonnen in die EU importiert. Ein enormes Wachstum im Vergleich zum Jahr 2022, in dem die Zuckerimporte aus der Ukraine erstmalig auf 152.778 Tonnen anstiegen. Diese Situation weitet sich auf die gesamten EU-Mitgliedstaaten aus.

Durch die Handelsliberalisierung von Zucker wird den ukrainischen Landwirten ein Anreiz gegeben noch mehr Zuckerrüben anzubauen. In der Kampagne 23 haben sieben Zuckerfabriken mehr als im Vorjahr in der Ukraine Zuckerrüben verarbeitet. Das ukrainische Landwirtschaftsministerium rechnet mit zukünftig 38% mehr Zuckerrübenanbau. Das bedeutet es wird eine 30-fache Exportmenge, als im Assoziierungsabkommen festgelegt ist, auf dem Markt erwartet. Das entspricht in etwa 650.000 Tonnen Zucker. Diese enorme Ausweitung des Zuckerrübenanbaus hat vielfache Auswirkungen, so sind die Preise seit Sommer 2023 rückläufig.

Die Europäische Kommission will die befristeten Maßnahmen zur Handelsliberalisierung für die ukrainischen Produkte um ein weiteres Jahr bis zum 5.Juni 2025 verlängern. Um Produkte wie den Zucker vor Marktstörungen zu schützen, sollen ab dem 06.Juni 2024 Schutzmaßnahmen in Kraft treten. Allerdings wird befürchtet, dass vor allem der Zuckermarkt bis zum Gelten der Schutzmaßnahmen explodieren wird, denn der Zucker ist bereits in der Ukraine produziert und die Handelsgrenzen sind noch vier Monate unbegrenzt geöffnet.

Um dies zu vermeiden fordern die europäischen Dachverbände, so auch die CIBE (International Confederation of European Beet Growers), erneut in einem Schreiben die Europäische Kommission auf, zeitnah Lösungen zu finden, wie z.B. die vorzeitige Aktivierung der Schutzklausel. Sie hoffen außerdem, dass bei der Sitzung des Europaparlamentes am 19. Februar weitere Verbesserung des Textes gefordert werden, damit eine Lösung gefunden werden kann, die sowohl das Überleben der europäischen Landwirte als auch die Unterstützung der Ukraine sichert und schlagen zur Unterstützung des Parlamentes noch einmal Maßnahmen zum Schutz der europäischen Landwirtschaft vor.

Winterversammlungen 2024

07.02.2024 Ab dem 12.02.2024 starten die diesjährigen Winterversammlungen. Gemeinsam mit der Nordzucker AG laden die Rübenanbauerverbände zum Wissensaustausch über die Kampagne 2023 ein.

 

Zuckerrüben in Berlin - Zum 88. Mal Grüne Woche

05.02.2024 Nachhaltiger als mit regionalem Rübenzucker kann man nicht süßen – dies galt es auch dieses Jahr den Besuchern des Erlebnisbauernhofes vom 19.-27.01.2024 zu erklären. Ein Besuch am Zuckerstand der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker zeigte, dass die Rübe mehr kann als nur Zucker. Denn sie wird zu zahlreichen Produkten wie Sauerstoff, Papier, Ethanol oder Futtermitteln verarbeitet. Diese vielfältigen Rüben-Fakten haben den neugierigen Besuchern imponiert.

Wer die Grüne Woche kennt, dem sind die Agrarscouts des Forum Moderne Landwirtschaft vertraut. Sie sind Landwirte aus ganz Deutschland, welche den Alltag ihrer landwirtschaftlichen Betriebe mit seinen Facetten den Verbrauchern zeigen wollen. Sie standen gekonnte Rede und Antwort, woher unsere Lebensmittel kommen und was es braucht um sie herzustellen und führten Schul- und Besuchergruppen über den Erlebnisbauernhof. Bei einem 15-minütigen Stopp am Zuckerstand erlebten die Gruppen die Zuckerrübe: Mit Hilfe von Infotafeln, Exponaten, selbstgemachten Waffeln und Marmeladen-Kochshows wurde eine informative „Süße Runde“ geboten.

Aktueller und wichtiger denn je war das Zusammenkommen und Zuhören von Politik mit der Agrar- und Ernährungsbranche. Am Zuckerstand wurden angeregte Gespräche mit Politikern geführt, um einen Wissensaustausch für eine bessere Zusammenarbeit zu bieten.

Die Chance für jeden, andere Sichtweisen kennenzulernen und den Blick auf die Welt zu erweitern wie die Grüne Woche es bietet, wurde auf unterschiedlichsten Wegen genutzt.

Mehr zur Grünen Woche lesen Sie in der Ausgabe 2/24 der Zeitschrift Zuckerrübe. Über den DNZ Instagram-Kanal können sie außerdem ein paar Eindrücke von der Messe ansehen.

Aktionswoche der deutschen Landwirtschaft

09.01.2024 Aktuell demonstrieren zahlreichen Landwirte in Deutschland gegen Kürzungen von Beihilfen und zusätzliche bürokratische Auflagen. Die norddeutschen Rübenanbauerverbände zeigen sich hier solidarisch und unterstützen friedliche Bauernproteste in vollem Umfang. Unsere konkrete Botschaft lautet:

„Wir norddeutschen Rübenanbauer unterstützen die zahlreichen Protestaktionen der deutschen Bauern gegen die Kürzung der Agrardieselbeihilfen. Jede Verteuerung der Treibstoffe trifft den Rübenanbau besonders hart und gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der Zuckerproduktion in Deutschland. Deshalb muss die Bundesregierung ihre Kürzungsvorschläge vollständig zurückziehen.“

Ein kurzes Video-Statement unseres Vorsitzenden Eckhard Hinrichs sehen sie auf unseren Social-Media-Kanälen.