Die Stickstoffdüngung im Zuckerrübenanbau ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken – ein klarer Beitrag zur Nachhaltigkeit! Kann Unterfußdüngung die Stickstoffeffizienz weiter verbessern und gleichzeitig Kosten senken sowie CO₂-Emissionen reduzieren?
Projektpartner
Zuckerrübenanbauerverband Niedersachsen-Mitte e.V. & Kverneland Group Soest GmbH sowie SKW Piesteritz GmbH
Ziel
Stickstoffeffizienz durch Unterfußdüngung steigern
Projektbeschreibung
Unterfußdüngung ist im Maisanbau seit Jahrzehnten Standard. Immer mehr Betriebe setzen zudem Einzelkornsämaschinen ein, die eine gleichzeitige Ausbringung von Saatgut und Dünger ermöglichen. Kverneland hat seit ein paar Jahren ein System am Markt, mit dem der Dünger nicht nur als einfaches Band abgelegt werden kann, sondern alternativ auch als kleines Depot in der Nähe des Saatkorns. Zur Unterfußdüngung in Zuckerrüben gibt es zahlreiche Versuche aus den 90er Jahren. Diese Versuche wurden hauptsächlich mit Mehrnährstoffdüngern gemacht und die Düngerablage erfolgte immer im Band. Vor dem Hintergrund der weiterentwickelten Technik liegt der Fokus des aktuellen Versuchs auf der gezielten Platzierung von Stickstoff.
Versuchsaufbau
Gemeinsam mit Kverneland wurde 2025 ein Feldversuch zur N-Reduzierung durchgeführt. Die Platzierung des Düngers erfolgte auf drei verschiedenen Standorten als Düngeband und als kleine Düngerdepots in der Nähe der Rübenpille. Der Dünger wird dabei durch einen Luftstrom über ein Düngeschar 5 cm unterhalb und 5 cm seitlich zum Saatgut abgelegt. Als Düngungsvarianten wurden neben der betriebsüblichen Düngung auch in reduzierte Varianten angelegt. Im Herbst folgte eine Handbeerntung von jeweils vier Wiederholungen je Variante.
Ergebnisse
Die Versuchsstreifen zeigten während der Vegetation teilweise sehr gute Entwicklungen. Selbst Düngermengen von bis zu 300 Kilogramm Kalkammonsalpeter pro Hektar führten auch bei punktförmiger Ablage im sehr trockenen Frühjahr 2025 nicht zu Schäden an den Rüben. Die Ertragsdaten streuten teilweise deutlich, was unter anderem daran lag, dass die Standorte zu großzügig angelegt waren. Auf einem homogenen Standort mit kompakter Versuchsanlage zeigte sich, dass bei platzierter Düngung der Zuckerertrag leicht stieg bzw. die Stickstoffdüngung bei identischem Zuckerertrag deutlich reduziert werden kann.
Ausblick
Die Untersuchungen werden 2026 fortgeführt. Dabei stehen folgende Aspekte im Fokus:
- Kompakte Versuchsanlage auf drei möglichst homogenen Schlägen.
- Vergleich von drei Düngungsstrategien: Fläche, Unterfuß-Band, Unterfuß-Depot.
- Betriebsübliche Düngung sowie Reduktion um 50 %
- Einsatz hochkonzentrierter Stickstoffdünger (z. B. Harnstoff), um Transport- und Ausbringungsaufwand zu reduzieren. Wir nutzen Alzon neo N, der von SKW Piesteritz GmbH zur Verfügung gestellt wurde. Der Harnstoff ist für eine bestmögliche N-Effizienz mit Urease- und Nitrifikationshemmer ausgestattet


