Durchschnittliche Rübenernte in Norddeutschland

Gerade ist die Zuckerrübenkampagne 2020/21 zu Ende gegangen. „Insgesamt betrachtet haben die norddeutschen Rübenanbauer eine gute Durchschnittsernte eingefahren.“, so Dr. Heinrich-Hubertus Helmke, Geschäftsführer des Dachverbandes Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ). Regional waren allerdings große Unterschiede zu beobachten. „Trotz der umfassenden Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen konnte die Versorgung der Bevölkerung mit dem Grundnahrungsmittel Zucker aber zu jedem Zeitpunkt sichergestellt werden.“, so Helmke weiter.  Saat, Ernte und Verarbeitung erfolgten routinemäßig mit höchster Sorgfalt in einer professionell aufgestellten Wertschöpfungskette. Nach einer zügigen Aussaat Anfang April hatten die Rüben in fast allen Regionen des DNZ-Verbandsgebiets zunächst gute Start- und Wachstumsbedingungen. Fehlende Niederschläge im Frühsommer führten dann vielerorts zu Wachstumsverzögerungen. Mit einsetzenden Niederschlägen erholten sich die Bestände aber wieder und konnten bis zum Ende der Wachstumsperiode häufig noch gut an Ertrag zulegen. In den Beregnungsregionen mit leichten Böden war aber häufig das Wasser doch der begrenzende Faktor. Hier waren die Ergebnisse überwiegend unbefriedigend.

Im Durchschnitt der Kampagne wurde ein Rübenertrag von etwa 74 Tonne je Hektar mit einem Zuckergehalt von gut 18 Prozent erzielt. Daraus errechnet sich für das gesamte DNZ-Verbandsgebiet ein Zuckerertrag von 13,4 Tonnen pro Hektar. Regional liegen die Anbaugebiete in Niedersachsen (14,4 t/ha) und Schleswig-Holstein (13,9 t/ha) darüber, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (12,6 t/ha) und Sachsen-Anhalt (11,8 t/ha). Auf Ebene der einzelnen Betriebe reicht die Spanne zwischen Rekord und Enttäuschung. Bei den Ökorüben, die allesamt schon im September geerntet und verarbeitet worden sind, konnten im Schnitt 7,5 Tonnen Zucker geerntet werden. Hier hat der Anbau in den letzten Jahren deutlich zugelegt, worin sich auch die steigende Nachfrage nach Ökoprodukten widerspiegelt. „Mit dem Ergebnis sind wir angesichts der Witterungsumstände und des Schädlingsaufkommen doch sehr zufrieden.“, so Helmke. Neben den Erntearbeiten verliefen auch Verladung, Transport und Verarbeitung weitgehend problemlos.

Angesichts der anhaltenden Corona-Situation werden dieses Jahr die traditionellen Winterversammlungen erstmals als digitale Veranstaltung unter dem Motto „Kampagne kompakt“ durchgeführt. An insgesamt sieben Online-Terminen haben die Zuckerrübenanbauer vom 9. bis 15. Februar die Möglichkeit, sich wieder „rund um Rübe und Zucker“ zu informieren.