Der Green Deal und der Zuckersektor

„Importierte Lebensmittel, die nicht den einschlägigen EU-Umweltstands entsprechen, sind auf den EU-Märkten nicht erlaubt“, heißt es u. a. in dem Mitte Dezember vorgestellten Green Deal der Europäischen Kommission.

Diese pauschale Aussage möchte die internationale Vereinigung der europäischen Rübenanbauer (CIBE) für den Zuckersektor konkretisieren. So gäbe es in der Zuckerproduktion enorme Unterschiede bezüglich Produktionsstandards zwischen der Europäischen Union und Drittländern. Zucker und Zuckererzeugnisse, die nicht nach einschlägigen Umwelt- und Sozialstandards hergestellt werden, dürften daher auch nicht in den EU-Markt gelangen. Handelszugänge und Zollpräferenzen sollten eingeschränkt oder verboten werden, wenn der eingeführte Zucker nicht den europäischen Kriterien entspricht, so CIBE.

Welche umweltpolitischen Leistungen die europäischen Landwirte zur Verwirklichung eines klimaneutralen Kontinents bis 2050 erbringen sollen, wird die Brüsseler Behörde erst im Frühjahr 2020 präzisieren. Doch gerade der Zuckersektor ist ein Paradebeispiel für Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Schon heute werden im Zuckerrübenanbau bis zu 40 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar gebunden und in Zucker umgewandelt. Zudem bieten Biogasanlagen, die mit Zuckerrüben betrieben werden, weitere nachhaltige Möglichkeiten der  alternativen Energiegewinnung.

Für den Green Deal sei wichtig, nicht nur Reduzierungsstrategien einzufordern, sondern auch Speicherungspotentiale aufzuzeigen. Denn die Land- und Forstwirtschaft ist der einzige Sektor, der über die Möglichkeit verfügt, Kohlenstoff zu binden und ihn für die Herstellung landwirtschaftlicher Produkte nutzbar zu machen.