Was sind die politischen Instrumente zur Erreichung der F2F-Ziele?

Die europäische Agrar- und Ernährungswirtschaft gehört zu den ressourcen-effizientesten und nachhaltigsten in der Welt. Sie bedarf daher der Unterstützung der EU-Agrarpolitik, um die Erwartungen der Gesellschaft und der Politik für ein nachhaltiges Lebensmittelsystem weiter zu erfüllen. Dazu sind zahlreiche Innovationen notwendig, die sowohl legislative als auch finanzielle Unterstützung benötigen.

In einer Online-Fachveranstaltung in der vergangenen Woche sind 19 Verbände und Organisationen[1] des Agrar- und Lebensmittelsektors in der EU der Frage nachgegangen: "Farm-to-Fork-Strategie – Was sind die politischen Instrumente, die zur Erreichung der Ziele erforderlich sind?" Hintergrund ist, dass in acht Jahren die Ziele der Farm-to-fork-Strategie umgesetzt werden sollen. Es wurde nach lösungsorientierten Ansätzen gesucht, die auf der derzeitigen Faktenlage aufbauen.

Hinsichtlich Tierwohl benötigt es eine technische, digitale Transformation mit Zugang u. a. zur Biotechnologie und zu Robotik, Gentests, Impfstoffe etc. Um die Auswirkungen der Treibhausgasemissionen in der Tierhaltung zu reduzieren, soll Futter auf nachhaltigen Agrarstandorten angebaut werden und mehr an eine Kreislaufwirtschaft gebunden sein. 

Bei der Agrartechnik steht die Produktivität unter dem Gesichtspunkt seines wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Werts im Vordergrund. Eine zukunftsgewandte (Präzisions-)Technik mit digitalen Lösungen soll zu mehr Wettbewerbsfähigkeit und gleichzeitig mehr Nachhaltigkeit führen.

Im chemischen Pflanzenschutz werden Substanzen mit geringem Risiko als Ersatz für Mittel zur Bekämpfung von Schädlingen und Krankheit beim Verlust synthetischer Moleküle gesucht. Es  braucht Zeit, um tragfähige und innovative Alternativen zu entwickeln, die durch neue Züchtungstechnologien (und ihre Produkte) beschleunigt werden können.

Innovation hört nicht an Grenzen auf. Es besteht daher großer Bedarf an einer zukunftsorientierten Europäische Innovationspolitik unter Berücksichtigung von Ernährungssicherheit und Nachhaltigkeit im Zusammenspiel mit den derzeitigen Lieferketten. Ein weiterer Punkt auf dem Weg zur Umsetzung der Farm-to-Fork-Strategie liegt in der fachlichen Beratung. Nur mit der Erforschung und Weitergabe von Wissen, werde es möglich sein, die  angestrebten Ziele zu erreichen. Dabei sind schnelle, lösungs- und innovationsorientierte Ansätze von lokaler Relevanz, aber globale Reichweite gefragt.

Mit Spannung erwartet die Agrar- und Lebensmittelindustrie nun Vorschläge der EU-Kommission u. a. zur Verlagerung von CO2-Emissionesquellen, zur strategischen Autonomie Europas und zu den Verbraucherpreisen. Im Bekenntnis zur Gemeinsamen Agrarpolitik werden weiterhin zudem einheitliche Richtlinien über Handelspraktiken für eine ausgewogene und transparente Wertschöpfungskette erwartet.


[1] Zu den Unterstützern zählen: Agriculture&Progress, Agri-food Chain Coalition, Animalhealth Europe, AVEC, CEMA, CIBE, Clitravi, CONCERAL, Copa-Cocega, CropLife Europe, EFFAB, ELO, European Livestock Voice, Euroseed, ePURE, FEFAC, FEFANA, UECBV