Rübenanbau stärkt Bodengesundheit und fördert Biodiversität

Die europäische Initiative EU Beet Sugar Sustainability Partnership (EUBSSP)[1] hat eine Informationsbroschüre erstellt, in der dargelegt wird, wie der europäischen Zuckerrübenanbau die Bodengesundheit stärkt und die Biodiversität fördert.

Der Boden ist eine wichtige Ressource für die Produktion von Nahrungsmitteln, Kraftstoff und Energie. Als Speicherort von Kohlenstoff kommt dem Boden und seiner Bewirtschaftung eine weitere wichtige Bedeutung zu. Der europäische Zuckerrübensektor trägt mit seinen 18 Rüben anbauenden Mitgliedsländern und mehr als 114 000 Zuckerrübenanbauern zur Verbesserung der Bodengesundheit und der biologischen Vielfalt auf landwirtschaftlicher Ebene bei. Gerade im Hinblick auf die Farm-to-Fork-Strategie und den europäischen Green Deal lassen sich für den Rübenanbau folgende Argumente zusammenfassen:

  • Die Rübe lockert getreide-betonte Fruchtfolgen auf. Sie benötigt andere Nährstoffe und unterbricht die Ausbreitung von Getreide-Krankheiten und -Schädlingen.
  • Bodenschonende Maßnahmen wie Mulchsaat verhindern Erosionen.
  • Das nach der Ernte auf dem Feld verbleibende Rübenblatt hilft beim Humusaufbau und fungiert zudem als Dünger.
  • Pflanzenreste nach der Ernte dienen Vögel und Wildtieren als Nahrung.
  • Ein möglicher Zwischenfruchtanbau bietet zusätzlich Deckung für zahlreiche Wildtierarten.
  • Im Rübenanbau werden integrierter Pflanzenschutz und Insektenmonitoring betrieben.
  • Die Rübe wird zu 100 Prozent verwertet. Selbst das im Verarbeitungsprozess gewonnene Wassergemisch gelangt als Dünger zurück aufs Feld.
  • Zuckerrüben können auch für die Biogasproduktion genutzt werden.
  • Als Bioethanol verarbeitet stellt die Zuckerrübe einen nachhaltigen Kraftstoff bereit.
  • Die Absetz- und Klärteiche der Zuckerfabriken sind ein Habitat für viele Vogelarten (Weihen, Gänse, Enten), Insekten (Schmetterlinge) und sogar kleine Säugetiere (Wasserwühlmaus). Auch nach der Kampagne dienen die Teiche als Wildtier- und Biodiversitätsschutzgebiet: Wertschöpfung für die lokale Flora und Fauna.
  • Im Zuckerrübenanbau kommen neueste Technologien wie präzise Pflanzenschutzapplikationen, mehrfach tolerante Zuckerrübensorten, Robotertechnik etc. zum Einsatz.
  • Es erfolgt eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Anbauern, Forschungseinrichtungen und Technikherstellern, um den Zuckerrübenanbau weiter den ökologischen Erfordernissen der EU-Politik anzupassen.

Weitere Details in der englisch-sprachigen Broschüre finden Sie hier.


[1] Die Partnerschaft wurde 2013 als Koalition zwischen europäischen Zuckerrübenanbauern (vertreten durch CIBE), Zuckerproduzenten (CEFS) und Gewerkschaften im Lebensmittel- und Landwirtschaftssektor (EFFAT) gegründet, um zu zeigen, wie nachhaltig der Zuckerrübenanbau in der EU ist.