Aktuelle Meldungen

EU-PflanzenschutzVO: Rüben- und Zuckerbranche sieht Überarbeitung als unumgänglich

Die Debatte um den Verordnungs-Vorschlag der Europäischen Kommission zur Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes in der EU ist in vollem Gange. Die Verbände der Europäischen Zuckerwirtschaft (CEFS) und der Rübenanbauer (CIBE) drängen auf eine grundlegende Überarbeitung des bestehenden Vorschlages unter Einbezug der bereits erzielten Erfolge z.B. beim integrierten Pflanzenschutz. Unüberlegte Verbote von Pflanzenschutzmitteln ohne die Verfügbarkeit wirksamer Alternativen würden zu hohen Ertragsverlusten führen. Als Folge dessen droht der Ausstieg der Anbauer aus dem Rübenanbau, eine weniger wettbewerbsfähige Zuckerindustrie und im schlimmsten Falle Fabrikschließungen und Arbeitsplatzverluste im ländlichen Raum. Die Versorgung mit Zucker müsste dann aus Länder mit geringeren Sozial- und Umweltstandards gedeckt werden.

Das Thema wurde anschaulich in einem Infoblatt aufgearbeitet (englische Sprache)

Freihandelsabkommen EU-Australien: Risiko für EU-Rübenanbau und Zuckerproduktion

Voraussichtlich im Frühjahr beginnen die Verhandlungen über die Bedingungen für den Zuckerhandel beim geplanten Freihandelsabkommens zwischen der EU und Australien. Vor diesem Hintergrund haben die Verbände der Europäischen Zuckerwirtschaft (CEFS) und der Rübenanbauer (CIBE) die Fakten im Hinblick auf den Europäischen Rüben- und Zuckersektor kurz und knapp in einem Infoblatt dargestellt. Damit geht die Forderung einher, keine weiteren Zugeständnisse für Zucker in Freihandelsabkommen zu machen.
•    Selbstversorgung: In der EU wird ausreichend Rübenzucker produziert, um ihren eigenen Verbrauch zu decken. Dies ist seit dem Brexit umso mehr der Fall, da Großbritannien als Zucker-Defizit-Land entfällt.
•    Wettbewerbsnachteil: Gestiegene Betriebskosten, vor allem für Energie, belasten europäische Zuckerproduzenten ungleich mehr als die in den Rohranbaugebieten. Hier kann die bei der Produktion anfallende Bagasse für die Energieerzeugung genutzt werden.  
•    Marktzugang vorhanden: Als Folge des Brexit hat Australien bereits zusätzlichen Marktzugang erhalten.  220.000 t Zucker können im Rahmen des Britisch-Australischen Handelsabkommens nach Groß Britannien importiert werden und Importe aus der EU ersetzen. Darüber hinaus wurde die bestehende Importquote für australischen Zucker (10.000 t) in die EU auf Basis von 28 Mitgliedstaaten festgelegt und nach dem Austritt Großbritanniens nicht verändert. Weiterhin könnten Mengen aus dem britschen Zollkontingent in Höhe von 260.000 t, das Großbritannien andern Ländern für Zucker gewährt, von dort in die EU importiert werden.
•    Nachhaltigkeit: Der Anbau von Zuckerrüben in der EU unterliegt strengeren Umweltauflagen als der Rohranbau in Australien. So ist z.B. der Einsatz von vielen aktiven Substanzen erlaubt, deren Anwendung in der EU verboten ist. Zucker aus Übersee würde die Bemühungen der EU für mehr Umweltschutz untergraben.

Das Faktenblatt in englischer Sprache können Sie hier herunterladen.

Vorträge "Rübenanbau Kompakt" jetzt noch einmal ansehen

Die Vorträge der Online-Veranstaltungsreihe "Rübenanbau Kompakt" die am 13.12.2022 stattfand,können Sie sich hier noch einmal anschauen:

„Blattkrankheiten - wie halte ich meine Bestände gesund?“

„Die Basis ist entscheidend - mit gesunder Wurzel zum Erfolg!“

„CONVISO SMART - Herbizid tolerante Sorten nur gezielt einsetzen!“

Interessengemeinsachft Ökorübenanbau im DNZ gegründet

Die Förderung des wirtschaftlichen Ökorübenanbaus in Norddeutschland ist das zentrale Ziel der Interessengemeinschaft Ökorübenanbau. Sie soll zum einen die Interessen gegenüber der Nordzucker AG bündeln und die Verhandlungsposition der Ökoanbauer stärken. Zum anderen soll der Zusammenschluss als Plattform zum Austausch über Produktionstechnik und Versuchsprojekte dienen.

Auf der Gründungsversammlung der IG Ökorübe am 8.12.2022 wählten die rund 40 anwesenden Ökorübenanbauer als erste Amtshandlung drei Vertreter aus ihren Reihen für die Verhandlung der Anbau- und Lieferbedingungen mit Nordzucker. Markus Blomberg (Algermissen/Wätzum), Ove Claußen (Kronprinzenkoog) und Moritz Reimer (Hornburg) werden zukünftig, gemeinsam mit DNZ-Geschäftsführer Dr. Heinrich-Hubertus Helmke, in der Öko-Rübenkommission mit Nordzucker-Vertretern an einem Tisch sitzen und sich für die Belange des Ökorübenanbaus einsetzen. Unterstützt werden die Verhandlungsführer weiterhin von der Arbeitsgruppe Ökorübenanbau, in der aktuell 12 Praktiker mitarbeiten. Die Arbeitsgruppe wird einberufen, wenn vertiefende Beratung zu Verhandlungsthemen oder anderen Schwerpunkten nötig ist. Weitere interessierte Teilnehmer für die Arbeitsgruppe sind jederzeit herzlich willkommen.

„Ich freue mich sehr, dass Sie heute diesen Schritt getan und die Interessengemeinschaft der Ökorübenanbauer gegründet haben. Denn für eine wirksame Interessenvertretung ist es sehr wichtig, viele Gleichgesinnte zu vereinen und mit einer Stimme zu sprechen“, betont Ralf Tegtmeyer, stellvertretender Vorsitzender des DNZ, in seinem Schlusswort.

Die IG Ökorübe ist nun ein fester Bestandteil in der Struktur des Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer. Wie bisher auch erfolgt die Betreuung der Öko-Themen arbeitsteilig zwischen DNZ und Regionalverbänden.

 

 

Verhandeln für die Ökoanbauer (v.l.): Dr. H.-H. Helmke, Moritz Reimer, Markus Blomberg und Ove Claußen
Rund 40 Teilnehmer waren zur Gründungsversammlung der Interessengemeinschaft Ökorübe erschienen.