Aktuelle Meldungen

 

 

Frühe Aussaat der ersten Rüben

Das sonnige Wetter Ende Februar hat dazu geführt, dass erste Rübenflächen bereits bestellt wurden. Der Boden war gut abgetrocknet und reif für die Saat. So haben Landwirte im Raum Northeim, Hildesheim, Nordhannover und in weiteren Regionen mit der Aussaat begonnen. Auch Landwirt Mario Nebel-Engehausen aus Stöckendrebber zählt zu den ersten, die mit dem Rübendrillen begonnen haben. Er hat eine Sortendemonstration mit verschiedenen Zuckerrübensorten ausgesät.

Wenn alles gut geht, dann haben die früh gesäten Rüben einen Wachstumsvorsprung, der sich in höheren Erträgen auszahlen könnte. Die frühe Saat birgt aber auch Risiken, wie ein späteres Erfrieren der jungen Pflanzen oder das Bilden von Samenträgern durch ein Schossen der Rüben.

Wie immer muss im Tagesgeschäft der Landwirte eine Abwägung zwischen Chance und Risiko getroffen werden. Wir sind gespannt, wie sich die Frühsaat entwickelt.

Landwirt Mario Nebel-Engehausen aus Stöckendrebber beim Drillen einer Sortendemonstration mit verschiedenen Zuckerrübensorten.

Klöckner: „Wer EU-Recht einhält, darf nicht der Benachteiligte sein“

Bundesministerium setzt Expertengremium zur Situation auf dem Zuckermarkt ein

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat sich heute mit Vertretern der Zuckerwirtschaft in ihrem Ministerium zu einem Gespräch getroffen.

Julia Klöckner: „Die Lage der Rübenbauer und der Zuckerwirtschaft ist zurzeit schwierig. Zu viel Menge ist auf dem Markt, die Preise sind entsprechend niedrig. Die Situation darf nicht noch durch wettbewerbsverzerrende Maßnahmen anderer EU- und Drittstaaten, wie gekoppelte Direktzahlungen und Notfallzulassungen für Neonikotinoide, verschärft werden.

In einigen Mitgliedsstaaten werden gekoppelte Direktzahlungen bei Zuckerrüben von über 500 Euro je Hektar gewährt. Das führt zu Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der heimischen Zuckerwirtschaft. Gekoppelte Zahlungen sind in der EU nur unter bestimmten Bedingungen zulässig. Länder, die koppeln und zusätzlich Anbaufläche ausweiten, müssen von der EU-Kommission unter Wettbewerbsaspekten streng kontrolliert werden. Zudem haben wir im vergangenen Jahr auf EU-Ebene drei bienenschädliche Neonikotinoide verboten. Dazu stehe ich, das habe ich umgesetzt – Gleiches erwarte ich von den anderen Mitgliedsstaaten. Doch Tatsache ist, dass in vielen Ländern Notfallzulassungen für diese Wirkstoffe zur Beizung im Rübenbau erteilt wurden. Diese Auffälligkeiten müssen von der Kommission überprüft und angegangen werden. Denn: Wer EU-Recht einhält, darf nicht der Benachteiligte sein. 

Mit unserer klaren Haltung verlangen wir der heimischen Branche einiges ab. Zuversichtlich bin ich aber, dass wir Alternativen finden. Dafür nehmen wir Geld in die Hand, fördern zahlreiche Projekte, auch im Bereich der Resistenzzüchtung.

Bei unserem Treffen haben wir die Einsetzung eines Expertengremiums aus Vertretern der Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung vereinbart, das die aktuelle Marktlage analysieren sowie mögliche Lösungen und politische Maßnahmen ausloten soll.“

Hintergrund:
Die Gemeinsame Agrarpolitik hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend geändert. Sie ist jetzt vor allem stärker am Markt und am Wettbewerb orientiert. Die klassische Marktpolitik mit Garantiepreisen und Produktionsquoten wurde zurückgefahren. Bis 2017 war die Zuckerproduktion innerhalb der EU durch Quoten limitiert und Landwirten wurde ein Mindestpreis für Rüben gezahlt. Mit dem Auslaufen der EU-Zuckermarktordnung hat sich die Wettbewerbssituation auf dem Zuckermarkt verschärft und die Preisschwankungen haben zugenommen. Ursache der derzeitigen Krise liegt ganz wesentlich in einer Über­produktion, weltweit, in der EU, aber auch in Deutschland.

Quelle: Presseinformation des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

Notfallzulassung für Teppeki erteilt

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat den Antrag der Firma Belchim Crop Protection für die Zulassung des selektive Insektizids Teppeki zur Anwendung im Zuckerrübenanbau positiv beschieden. Die Zuckerbranche hat die Zulassung für das Mittel mit dem Wirkstoff Flonicamid aus der Gruppe der Carboxamide ausdrücklich unterstützt, da aufgrund des Anwendungsverbots von Neonicotinoiden erhebliche Ertragseinbußen u.a. durch die Übertragung von Viren durch Blattläuse zu befürchten sind. Mit der Zulassung von Teppeki kann nun ein wesentlicher Beitrag zur Blattlausbekämpfung und einem wirksamen Resistenzmanagement geleistet werden.

Fair Play für heimische Zuckerrüben

Rübenanbauer und Nordzucker fordern einheitliche Wettbewerbsbedingungen für den europäischen Zuckermarkt.

Rübenanbauer und Zuckerfabriken haben sich längst auf schwierige Marktbedingungen eingestellt. Künftig nehmen allerdings politisch beeinflusste Verzerrungen weiter zu, die einen fairen Wettbewerb auf dem gemeinsamen Markt in Frage stellen.

Alles in allem war 2018 sowohl für die Rübenanbauer als auch die Zuckerwirtschaft kein Jahr zum „Zuckerschlecken“. Eine erhebliche Überproduktion an Zucker in 2017 hat auch auf dem europäischen Zuckermarkt zu historisch niedrigen Preisen geführt. Mit schwierigen Marktbedingungen kennt sich die Branche aus und hat sich bereits seit einigen Jahren auf die Deregulierung des europäischen Zuckermarktes eingestellt.

In jüngster Zeit kommt aber zusätzlich Ungewissheit von Seiten der Politik hinzu. In elf Mitgliedstaaten der EU werden Sonderbeihilfen für den Rübenanbau gezahlt. Außerdem gibt es in zwölf Ländern Ausnahmegenehmigungen für die Anwendung von neonicotinoiden Beizmitteln. Diese waren erst vor Kurzem von der EU-Kommission generell verboten worden. Darüber hinaus herrschen für die Einführung neuer Pflanzenschutztechnologien national sehr unterschiedliche Genehmigungspraktiken. Was bereits in Skandinavien in der Praxis angewendet werden darf, scheitert in Deutschland an neuen behördlichen Auflagen.

Rübenanbauer und Zuckerwirtschaft fordern deshalb die Politik auf, endlich konsequent für einheitliche Wettbewerbsbedingungen auf dem europäischen Zuckermarkt zu sorgen. „Wir wollen keine Sonderbehandlung, fordern aber Fair Play für unseren heimischen Rübenanbau“, so der DNZ-Verbandsvorsitzende Helmut Bleckwenn. „Unsere gemeinsame Wertschöpfungskette aus Rübenanbau und Zuckergewinnung ist wettbewerbsfähig. Die politisch verursachten Wettbewerbsverzerrungen benachteiligen und schwächen uns allerdings im Wettbewerb sehr“, bekräftigt CEO Dr. Lars Gorissen.

 

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Schladen: Fair Play für heimische Zuckerrüben.
Politisch beeinflusste Verzerrungen nehmen weiter zu, die einen fairen Wettbewerb auf dem gemeinsamen Markt in Frage stellen.
Notfallzulassungen gelten mit unterschiedlichen Auflagen für folgende Länder: Belgien, Finnland, Kroatien, Österreich, Polen, Rumänien, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Dänemark, Schweden. In folgenden Ländern ist der Antrag auf eine Notfallzulassung abgelehnt worden: Großbritannien, Frankreich, Deutschland. In folgenden Ländern liegt ein Antrag auf eine Notfallzulassung vor: Griechenland, Italien, Litauen, Niederlande, Spanien

Keine Notfallzulassung für Neonics in Deutschland

Neonikotinoide mit den Wirkstoffen Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam dürfen seit dem 19. Dezember 2018 für die Anwendung im Freiland nicht mehr verkauft und angewendet werden. Ab dem 1. April 2019 ist auch der Export von derart gebeiztem Saatgut in Ländern außerhalb der EU nicht mehr zulässig. Bis dahin kann gebeiztes Saatgut in Drittländer nur exportiert werden sofern die verwendeten Pflanzenschutzmittel in diesen Ländern zugelassen sind. In Deutschland wird es auch keine sogenannten Notfallzulassungen auf Grundlage des EU-Pflanzenschutzrechts geben. Damit wird die Linie der Bundeslandwirtschaftsministerin zur Beschränkung dieser Neonikotinoide fortgesetzt. Eine Reihe anderer EU-Mitgliedstaaten hat für diese Wirkstoffe Ausnahmegenehmigungen zur Saatgutbehandlung bei Zuckerrübe und Winterraps erteilt.

(Quelle: Pressemitteilung des BMEL vom 20.11.2018)