Aktuelle Meldungen 2024

Europawahlen am 09. Juni 2024 - Ein Blick auf die Agrarpolitik der Parteien

27.05.2024 Viele politische Entscheidungen, die für die Bürger der 28 EU-Staaten verbindlich sind, fallen in den europäischen Gremien. Bereits zwei Drittel der in Deutschland gültigen Rechtsnormen gehen aus Beschlüssen der EU hervor. Besonders im Fokus der Wahlen steht die Agrarpolitik, die unser tägliches Leben beeinflusst und durch ihre Vielfältigkeit alle betrifft. Für diejenigen, die sich aktuell unklar darüber sind, welche Partei ihre Interessen optimal vertritt, kann der Wahl-O-Mat 2024 und der Agrar-O-Mat Sicherheit geben.
Die europäischen Parteien haben in den vergangenen Tagen ihre Manifeste veröffentlicht. Während die Grünen ein Papier mit 73 Seiten verfasst haben, haben die EVP, der europäische Zusammenschluss aus CDU und CSU, gemeinsam mit der Renew (FDP und Freie Wähler) ein gesondertes Positionspapier zu der europäischen Landwirtschaft erstellt. Sie geben in ihrem Manifest an, dass sie den Dialog miteinander stärken wollen. Dabei legen sie ihren Fokus auf den Bürokratieabbau und die Stärkung der Landwirtschaft in der Wertschöpfungskette. Der Deutsche Bauernverband hat die landwirtschaftlichen Inhalte der europäischen Parteien HIER zusammengefasst.
Auch die landwirtschaftlichen Dachverbände und der Deutsche Bauernverband (DBV) haben Manifeste für die Politiker verfasst. Im Grunde bestärken sie noch einmal die Dringlichkeit der Themen, welche Grund für die zahlreichen Demonstrationen in diesem Jahr waren. So erwarten sie von der zukünftigen Europapolitik Wettbewerbsfähigkeit, Risikomanagement bei extremen Witterungsereignissen und mehr Förderung von Forschung, Innovation, Digitalisierung und Technik. Denn dies sind Voraussetzungen, um noch besser und nachhaltiger in der Pflanzen- und Tierproduktion zu werden und gleichzeitig eine regionale Landwirtschaft zu sichern. Außerdem finden die Verbände, dass ein Vertreter bzw. eine Vertreterin der Landwirtschaft und des ländlichen Raums in der Europäischen Kommission richtig platziert wäre. Das gesamte Kernanliegen/Manifest des DBV finden sie HIER.
Um sicherzustellen, dass die Interessen der Landwirte nachhaltig berücksichtigt werden, informieren Sie sich über die Positionen der Parteien und die Forderungen der landwirtschaftlichen Verbände, um eine fundierte Wahl am 09.Juni zu treffen.

Ein süßes Manifest

29.04.2024 Die „Internationale Confederation of European Beet Growers“ (CIBE), der europäische Zuckerrübenanbauerverband hat am 22. April 2024 ein „CIBE Manifesto“ für den europäischen Zuckerrübenanbau unter dem Thema „Zuckerrüben, ein strategischer Wert für Europa“ veröffentlicht. In dem sie sowohl Zahlen und Fakten der europäischen Zuckerrübenanbauer veranschaulichen wie auch auf Schwierigkeiten die durch Klima, Umwelt und Politik entstehen aufmerksam machen.


Das Maifesto zeigt auf, dass sich die Einflussfaktoren zwar alle auf den aktuellen Anbau von Zuckerrüben auswirken aber sich in unterschiedlichsten Ebenden und Geschwindigkeiten bewegen. So wird zum Beispiel verdeutlicht, dass seit 2018, 25 Zulassungen von Wirkstoffen in Pflanzenschutzmittel ausliefen, aber die Entwicklung wirksamer und realisierbarer Alternativen noch gar nicht ausgereift ist. Sie fordern, in Bezug auf die neuen Züchtungstechniken (NGT), dass die Europäische Union Forschung und Innovation fördert damit die europäische Landwirtschaftsbranche auf den Klimawandel, neue Schädlinge und neue Krankheiten schnell und praktisch reagieren kann.


Die Zuckerrübe ist für die Europäische Union eine der Kulturen, mit einem sehr wichtigen wirtschaftlichen Einfluss. Denn in der EU werden 15 Millionen Tonnen Zucker jährlich produziert, damit ist die EU weltweit der dritt größte Zuckerproduzent. Mit einer Anbaufläche von 1,5 Millionen Hektar ist die EU die Region mit der höchsten Anbaurate von Zuckerrüben und der viert größte Ethanol Produzent weltweit. Außerdem importiert die EU circa 3 Millionen Tonnen Zucker und ist damit weltweit zweit größter Importeur. Die meisten Zuckerfabriken stehen in mittel Europa. Insgesamt sind es etwa 130 000 europäische Landwirte, die auf ihren Betrieben die süßen Ackerfrüchte anbauen.


Neben den Fakten, Klima und Umwelt wird auch die Wichtigkeit von einer Politik dargestellt, welche die europäischen Landwirte schützt, zukunftsorientiert handelt und die Wettbewerbsfähigkeit fördert. So sind Handelsabkommen gegenüber Länden mit anderen Rahmenbedingungen zwingend erforderlich. Nur so lassen sich Klimaziele und eine regionale Landwirtschaft sichern. „Die Sicherstellung einer ordnungsgemäßen und fairen Zuckerlieferkette und die Entwicklung einer kohlenstoffarmen Landwirtschaft sollten das zentrale Ziel sein“ heißt es in dem Manifesto.

CIBE Manifesto 2024

Einigung bei Handelsmaßnahmen mit der Ukraine

09.04.2024 Das EU-Parlament, der EU-Rat und die EU-Kommission haben eine vorläufige Einigung bei der Verlängerung der Handelsmaßnahmen mit der Ukraine erzielt. Die EU-Gremien kamen überein, die Menge an zollfreiem Geflügel, Eiern, Zucker, Mais, Honig und Hafer auf das durchschnittliche Niveau der zweiten Hälfte des Jahres 2021 und den gesamten Jahren 2022 und 2023 zu deckeln (anstatt nur 2022 und 2023). Auf Einfuhren, die darüber hinausgehen, sollen Zölle erhoben werden (für Zucker 419 €/t). Im Falle von Marktstörungen in der EU oder in Mitgliedsländern, z.B. bei Weizen, kann die Kommission kurzfristige Maßnahmen ergreifen. Darüber hinaus sollen die Verhandlungen mit der Ukraine über die Fortsetzung des bestehenden Assoziierungsabkommens fortgesetzt werden. Für Zucker bedeutet dies eine zollfreie Einfuhrmenge von etwa 265.000 Tonnen im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 und etwa 110.000 Tonnen vom 1. Januar bis zum 5. Juni 2025. Der Handelsausschuss und das Plenum des Europäischen Parlaments sowie die EU-Mitgliedstaaten müssen die vorläufige Einigung noch genehmigen. Das dürfte nunmehr Formsache sein. Die neuen Zollregeln sollen Anfang Juni in Kraft treten, wenn die bisherige Regelung ausläuft. Sie gelten für ein Jahr.

Frohe Ostern und eine schöne Zeit!

„Schau, der kleine Osterhase! Ihm kribbelt´s kräftig in der Nase. Er stellt sich auf die Hinterfüße und flüstert: “Süße Ostergrüße!”

Ostern steht vor der Tür, und der Frühling klopft an. Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien süße Ostern und eine erholsame Zeit.

Unser Büro ist von Donnerstag, den 28.03.2024 bis Montag, den 01.04.2024 nicht besetzt. Ab Dienstag, den 02.04.2024 sind wir wieder für sie da.

Winterversammlungen 2024

04.03.2024 Vom 12.02.2024 bis zum 29.02.2024 trafen sich ca. 2400 Anbauer zu den diesjährigen Winterversammlungen. Gemeinsam mit der Nordzucker AG und den Anbauerverbänden fand ein Wissensaustausch über die Kampagne 2023 statt. Angesichts der längsten Kampagne der Geschichte von Nordzucker herrschte Gesprächsbedarf, nicht alle Zuckerrüben konnten verarbeitet werden. So waren die Kernbotschaften seitens der Regionalverbände:

dass die vertragsgemäßen Regelungen für verdorbene Rüben umgesetzt wurden.

dass bei langer Lagerung der Rüben eine optimale Mietenpflege erforderlich ist.

dass die Kampagnen wieder kürzer werden müssen. (Ende spätestens Mitte Januar)

dass wir die Rübenabnahme und die Qualitätsbewertung bestmöglich kontrollieren.

Die aktuelle Zuckerpolitik wurde auch beleuchtet, wie zum Beispiel Regelungen zum Pflanzenschutz.  Zusätzlich bereitet die autonome Handelsliberalisierung und die damit massiv angestiegenen Zuckerimporte der Branche Sorgen, da der Zuckerpreis bereits rückläufig ist. So fordern wir: „Zucker aus heimischen Rüben muss wettbewerbsfähig bleiben!“ Im gesamten Verbandsgebiet wurden die Veranstaltungen gut besucht. So haben sich auch einige Journalisten zu den Winterversammlungen eingefunden und in den Regionalzeitungen darüber berichtet.

Agrarausschuss des EU-Parlaments für Forderungen der Rübenanbauer

21.02.2024 Die Handelssituation mit der Ukraine hält die europäischen Dachverbände der Anbauer für Zucker, Getreide/Ölsaaten, Geflügel und Eiern auf trapp. Seit Anfang Januar setzen sich die Interessenvertreter für die Unterstützung der Ukraine unter fairen Bedingungen für die europäischen Anbauer ein. So haben sich bereits 13 Vorsitzende von europäischen Zuckerrübenanbauerverbänden, darunter Eckard Hinrichs (Verbandsvorsitzender des DNZ), im Januar in einem Schreiben an ihre nationalen Agrarminister gewendet.

Der Agrarsektor hat durch die Maßnahmen zur Handelsliberalisierung eine hohe Last zu tragen. Die Einfuhrmengen für das Marktjahr 2023 von Getreide, Ölsaaten und Geflügelfleisch haben sich mehr als verdoppelt, bei Eiern versechsfacht und beim Zucker haben sie sich verzwanzigfacht. So wurden statt dem jährlichen Kontingent von 20.070 Tonnen Zucker im Jahr 2023 rund 442.000 Tonnen in die EU importiert. Ein enormes Wachstum im Vergleich zum Jahr 2022, in dem die Zuckerimporte aus der Ukraine erstmalig auf 152.778 Tonnen anstiegen. Diese Situation weitet sich auf die gesamten EU-Mitgliedstaaten aus.

Durch die Handelsliberalisierung von Zucker wird den ukrainischen Landwirten ein Anreiz gegeben noch mehr Zuckerrüben anzubauen. In der Kampagne 23 haben sieben Zuckerfabriken mehr als im Vorjahr in der Ukraine Zuckerrüben verarbeitet. Das ukrainische Landwirtschaftsministerium rechnet mit zukünftig 38% mehr Zuckerrübenanbau. Das bedeutet es wird eine 30-fache Exportmenge, als im Assoziierungsabkommen festgelegt ist, auf dem Markt erwartet. Das entspricht in etwa 650.000 Tonnen Zucker. Diese enorme Ausweitung des Zuckerrübenanbaus hat vielfache Auswirkungen, so sind die Preise seit Sommer 2023 rückläufig.

Die Europäische Kommission will die befristeten Maßnahmen zur Handelsliberalisierung für die ukrainischen Produkte um ein weiteres Jahr bis zum 5.Juni 2025 verlängern. Um Produkte wie den Zucker vor Marktstörungen zu schützen, sollen ab dem 06.Juni 2024 Schutzmaßnahmen in Kraft treten. Allerdings wird befürchtet, dass vor allem der Zuckermarkt bis zum Gelten der Schutzmaßnahmen explodieren wird, denn der Zucker ist bereits in der Ukraine produziert und die Handelsgrenzen sind noch vier Monate unbegrenzt geöffnet.

Um dies zu vermeiden forderten die europäischen Dachverbände, so auch die CIBE (International Confederation of European Beet Growers), erneut in einem Schreiben die Europäische Kommission auf, zeitnah Lösungen zu finden. Der Agrar-Ausschuss des Europaparlaments hat sich für eine Erneuerung der autonomen Handelsliberalisierung (ATM) der Ukraine ausgesprochen. Alle, von den Dachverbänden, gestellten Anträge wurden in den Abstimmungen angenommen:

  • Zuordnung von Getreide, Ölsaaten und Honig zu den Produkten, die automatische der Schutzmaßnahmen unterliegen.
  • Änderung des Bezugsjahres für die Mengen vom Durchschnitt der Jahre 2022-2023 auf den Durchschnitt der Jahre 2021-2022.
  • Änderung der Frist für die Auslösung der Maßnahme von 21 Tagen auf 10 Tage.
  • Aufnahme der Verpflichtung, den Bestimmungsort von Sendungen, die die Ukraine verlassen, im Voraus zu bestimmen, sowie der Verpflichtung, nachzuweisen, dass die Sendung ihren endgültigen Bestimmungsort erreicht hat.
Da der parlamentarische Ausschuss für Internationalen Handel (INTA) die Zuständigkeit hat, ist der nächste Schritt die Abstimmung über den Bericht des INTA für das Europaparlament. Die europäischen Dachverbände hoffen, dass eine Lösung gefunden werden kann, die sowohl das Überleben der europäischen Landwirte als auch die Unterstützung der Ukraine sichert.

Zuckerrüben in Berlin - Zum 88. Mal Grüne Woche

05.02.2024 Nachhaltiger als mit regionalem Rübenzucker kann man nicht süßen – dies galt es auch dieses Jahr den Besuchern des Erlebnisbauernhofes vom 19.-27.01.2024 zu erklären. Ein Besuch am Zuckerstand der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker zeigte, dass die Rübe mehr kann als nur Zucker. Denn sie wird zu zahlreichen Produkten wie Sauerstoff, Papier, Ethanol oder Futtermitteln verarbeitet. Diese vielfältigen Rüben-Fakten haben den neugierigen Besuchern imponiert.

Wer die Grüne Woche kennt, dem sind die Agrarscouts des Forum Moderne Landwirtschaft vertraut. Sie sind Landwirte aus ganz Deutschland, welche den Alltag ihrer landwirtschaftlichen Betriebe mit seinen Facetten den Verbrauchern zeigen wollen. Sie standen gekonnte Rede und Antwort, woher unsere Lebensmittel kommen und was es braucht um sie herzustellen und führten Schul- und Besuchergruppen über den Erlebnisbauernhof. Bei einem 15-minütigen Stopp am Zuckerstand erlebten die Gruppen die Zuckerrübe: Mit Hilfe von Infotafeln, Exponaten, selbstgemachten Waffeln und Marmeladen-Kochshows wurde eine informative „Süße Runde“ geboten.

Aktueller und wichtiger denn je war das Zusammenkommen und Zuhören von Politik mit der Agrar- und Ernährungsbranche. Am Zuckerstand wurden angeregte Gespräche mit Politikern geführt, um einen Wissensaustausch für eine bessere Zusammenarbeit zu bieten.

Die Chance für jeden, andere Sichtweisen kennenzulernen und den Blick auf die Welt zu erweitern wie die Grüne Woche es bietet, wurde auf unterschiedlichsten Wegen genutzt.

Mehr zur Grünen Woche lesen Sie in der Ausgabe 2/24 der Zeitschrift Zuckerrübe. Über den DNZ Instagram-Kanal können sie außerdem ein paar Eindrücke von der Messe ansehen.

Aktionswoche der deutschen Landwirtschaft

09.01.2024 Aktuell demonstrieren zahlreichen Landwirte in Deutschland gegen Kürzungen von Beihilfen und zusätzliche bürokratische Auflagen. Die norddeutschen Rübenanbauerverbände zeigen sich hier solidarisch und unterstützen friedliche Bauernproteste in vollem Umfang. Unsere konkrete Botschaft lautet:

„Wir norddeutschen Rübenanbauer unterstützen die zahlreichen Protestaktionen der deutschen Bauern gegen die Kürzung der Agrardieselbeihilfen. Jede Verteuerung der Treibstoffe trifft den Rübenanbau besonders hart und gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der Zuckerproduktion in Deutschland. Deshalb muss die Bundesregierung ihre Kürzungsvorschläge vollständig zurückziehen.“ Ein kurzes Video-Statement unseres Vorsitzenden Eckhard Hinrichs sehen sie auf unseren Social-Media-Kanälen.