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Versuche zum Reihenabstand angelegt

Am 31.03. wurde der Großflächenversuch zum Reihenabstand am Standort Schellerten-Bettmar angelegt. Im Gemeinschaftsprojekt von Zuckerrübenanbauerverbänden, Grimme und Nordzucker geht es um die Kernfrage, ob mit einer Erhöhung des Reihenabstands vergleichbare Zuckererträge erzielt werden, wie beim Standard mit 45 cm. Begleitet wird das Projekt durch eine Bachelorarbeit an der Fachhochschule Osnabrück.

Neben dem Reihenabstand werden auch die Abstände in der Reihe und somit die Bestandesdichte verändert. Bei größeren Reihenabständen können sich Kosteneinsparungen bei der Ernte ergeben und außerdem sind die Möglichkeiten einer mechanischen Unkrautbekämpfung verbessert. Als negative Effekte könnte bei größerem Reihenabstand ein verstärkter Durchwuchs von Restverunkrautung und mehr Erosion entstehen. Die Versuche befinden sich im zweiten Jahr. Zu den zweijährigen Ergebnissen soll im Laufe des kommenden Winters informiert werden.

Als Standard wurde eine 12-reihige Drillmaschine mit 45 cm Reihenabstand genutzt.
Aussaat mit 5-reihiger Versuchsdrillmaschine und einem Reihenabstand von 60 cm.

Auswirkungen von Covid-19 auf den EU-Zuckersektor

Die internationale Vereinigung der Europäischen Rübenanbauer (CIBE) und die Vereinigung Europäischer Zuckerhersteller (CEFS) haben sich am 20. März 2020 angesichts der Ausbreitung des Coronavirus mit einem Brief an den EU-Agrarminister Janusz Wojciechowski gewandt. Darin äußern sie ihre Sorge für den europäischen Zuckersektor als Folge einer Ausbreitung der Covid-19-Pandemie. Die Zuckerrübenanbauer und Zuckerunternehmen stünden vor Herausforderungen, um ausreichend Produkte für den EU-Binnenmarkt im Sinne der Nahrungsmittelsicherheit zu produzieren. Der EU-Zuckersektor sei bereit, seine Ethanol-Produktion auch für pharmazeutische Zwecke zur Verfügung zu stellen, damit etwa ausreichend Desinfektionsmittel produziert werden könnten. Ferner machen CIBE und CEFS darauf aufmerksam, dass Zucker ein wesentlicher Bestandteil unserer Nahrung ist und daher der Transport in EU-Länder weiterhin sichergestellt werden müsse.

Die sich gerade erholende Zuckermärkte haben mit dem Ausbruch von Covid-19 einen jähen Dämpfer erlitten: Die Weltmarktpreise für Zucker sind seit Mitte Februar um 25 Prozent eingebrochen. Dies ist u. a. auf niedrige Ölpreise und Währungsverfall zurückzuführen. Durch den derzeitig ungünstigen Wechselkurs von US-Dollar und Brasilianischem Real will Brasilien daher seine Rohrzuckerverarbeitung von Ethanol- auf Zuckerproduktion umstellen und damit vermehrt Zucker für den Weltmarkt produzieren. Da der Weltzuckermarkt eng mit dem EU-Zuckermarkt verknüpft ist, befürchten CIBE und CEFS durch diese Maßnahme zusätzlichen Druck auf den europäischen Markt.

Nach drei Krisenjahren auf dem EU-Binnenmarkt appellieren beide zuckerwirtschaftlichen Spitzenverbände daran, dass von Covid-19 ausgehende Risiko für den Zuckersektor durch marktpolitische Eingriffe zu minimieren. Gefordert wird ein Sicherheitsnetz mit Hilfen für die private Lagerhaltung. Damit soll ein erneuter Preisverfall verhindert oder zumindest eingedämmt werden. Laut Angaben beider Verbände sind 360.000 Menschen im EU-Zuckersektor beschäftigt – 80 Prozent davon in ländlichen Gebieten.

Grüne Woche: Zuckerrüben zum Schmecken und Anfassen

Wieviel Sauerstoff wird auf einem Hektar Zuckerrüben produziert? Welchen Beitrag leisten Rüben für den Klimaschutz? Und wieviel Zucker steckt eigentlich in der Rübe? Diese und vielen anderen Fragen wurden auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) auf dem Zuckerstand der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ) beantwortet. Zahlreiche Schulklassen besuchten den Stand in der Halle des Erlebnisbauernhofes. Sie wurden von Vertretern der Rüben- und Zuckerwirtschaft begrüßt. Von der Aussaat bis zur Ernte und Verarbeitung erfuhren die Schüler, wie aus einer kleinen Rübenpille Zucker für Nahrungsmittel, Futter für Tiere und Energie für unterschiedliche Lebens- und Verarbeitungsbereiche gewonnen wird. Auch zahlreiche Politiker statteten dem Stand einen Besuch ab. So informierte sich beispielsweise Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft über die aktuell dringendsten Herausforderungen im heimischen Zuckerrübenanbau. Wettbewerbsverzerrungen wie gekoppelte Beihilfen für Rüben in anderen EU-Ländern oder unterschiedliche Vorschriften zu Pflanzenschutzmitteln machen den heimischen Rübenanbau zu schaffen. Diese politisch gemachten Ungleichheiten können nur auf Bundes- und EU-Ebene gelöst werden. Dazu bleiben die Verbände auch weiterhin im Gespräch. Die Grüne Woche bietet dazu eine gute Gelegenheit.

Während der IGW kam der WVZ-Hauptgeschäftsführer Günter Tissen mit Bundesministerin Julia Klöckner ins Gespräch.