Die EU-Kommission hat letzte Woche eine Ertragsschätzung u. a. für Zuckerrüben veröffentlicht. Sie deckt den Zeitraum 1. April bis 9. Mai ab. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Zuckerrübenaussaat in den EU-Ländern weitestgehend abgeschlossen. Teilweise führte Kälte und Trockenheit zu Verzögerungen in der Rübenentwicklung.
Bisher ist europaweit nur ein geringer Schädlingsdruck zu verzeichnen. Für Deutschland wird weitgehend von günstigen Aussaatbedingungen berichtet. Jüngste Niederschläge im Nordosten haben dort frühere Trockenstresssituationen entschärft, während der Süden weiterhin anfällig für Trockenstress bleibt. Durchschnittlich wird mit 83,5 Tonnen je Hektar in Deutschland gerechnet und würde damit auf dem gleichen Niveau wie 2025 liegen. Im Vergleich zum Fünfjahresdurchschnitt wäre dies allerdings eine Steigerung um vier Prozentpunkte. Trotz der regionalen Unterschiede erwartet die EU-Kommission für 2026/2027 eine leicht überdurchschnittliche Zuckerrübenernte innerhalb der EU-Mitgliedsländer: Mit 77,4 Tonnen pro Hektar liegt die Schätzung zwei Prozentpunkte über dem Fünfjahresdurchschnitt. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Prognose jedoch rund fünf Prozent niedriger. Insgesamt bleibt die Entwicklung stark witterungsabhängig. Die nächste Prognose der EU-Kommission zur Zuckerrübenertragsschätzung wird für Ende Juni erwartet.