Ertragseinbußen durch Trockenheit

Im südöstlichen Einzugsgebiet sind vereinzelt Schäden durch die Rübenmotte festzustellen. Die Rüben werden von den Herzblättern her faul und sterben ab. (Foto: Linnes)

Erste Ergebnisse aus den Proberodungen lassen bei der Rübe überdurchschnittliche Erträge vermuten. In der Praxis findet sich das optimistische Bild allerdings kaum wieder. In den meisten Regionen unseres Verbandsgebietes leiden die Zuckerrüben unter der Trockenheit der vergangenen Wochen und Monate. Flächendeckende Niederschläge sind bislang ausgeblieben. Nur lokal haben Gewitterschauer nennenswerte Regenmengen gebracht. Selbst auf tiefgründigen Standworten mit guter Wasserführung brechen die Bestände nun teilweise ein. Hier ist manchmal jeder Bodenpunkt an der Pflanzenentwicklung erkennbar. Das Ausmaß der möglichen Ertragseinbußen differenziert allerdings regional sehr stark und kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt kaum belastbar abgeschätzt werden.

Gerade auf trockenen Standorten ohne Beregnung ist der Blattapparat zu großen Teilen stark beeinträchtigt. Die Rüben welken und sind damit auch anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Selbst wenn kurzfristig mehr Niederschlag fiele, würde dieser von den Rübenpflanzen zunächst für die Blattneubildung genutzt. Bundesweit betrachtet hatten der Norden und Osten bisher stärker unter der Trockenheit zu leiden als der Süden und Westen.

Im Verbandsgebiet des DNZ wird die kommende Rübenernte wohl logistisch schwierig werden. Bei aktuellen Rübengewichten von regional durchschnittlich nur 300 Gramm sind hohe Rodeverluste zu erwarten. Für einen signifikanten Ertragszuwachs wären daher ausreichende Niederschläge und ein deutlich späterer Kampagnebeginn wünschenswert.

Unabhängig davon hat die Nordzucker AG bereits den Beginn der kommenden Kampagne an die Logistikdienstleister mitgeteilt. Demnach soll die Verarbeitung in den einzelnen Werken wie folgt starten:

Clauen: 15.09. – Nordstemmen: 19.09. – Schladen: 18.09. – Uelzen: 21.09. – Wanzleben: 18.09. Für das Werk Anklam der Suiker Unie ist der Verarbeitungsbeginn noch nicht festgesetzt.

Als Grund für den aus landwirtschaftlicher Sicht (zu) frühen Kampagnebeginn nennen die Zuckerunternehmen immer wieder die Gewährleistung der Zuckerauslieferungen an die Kunden. Die zurückliegende „Warm- und Trockenzeit“ hat offenbar zumindest den Zuckerabsatz an die Getränke- und Eishersteller beflügelt. Bedauerlicherweise sind damit noch keine positiven Signale auf den Zuckerpreis zu beobachten.