Aktuelle Meldungen

 

 

Neonicotinoid-Verbot gefährdet Rübenanbau

Künftig dürfen keine neonicotinoiden Wirkstoffe mehr im Freiland verwendet werden. Dies hat die EU-Kommission in ihrer heutigen Sitzung beschlossen. Damit fehlen künftig wichtige Wirkstoffe für die Beizausstattung von Zuckerrübensaatgut.

Saatgut von Zuckerrüben ist bisher mit einer insektiziden Beizausstattung gegen beißende und saugende Schädlinge geschützt. Doch die neonicotinoiden Wirkstoffe Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam sind nach der heutigen Entscheidung aus Brüssel generell im Freiland verboten. Für den Zuckerrübenanbau ist deshalb künftig mit einem Mehraufwand an Pflanzenschutzmaßnahmen während der Vegetation zu rechnen.  

„Wir können die Entscheidung nicht nachvollziehen“, beklagt Helmut Bleckwenn, Vorsitzender des Dachverbandes Norddeutscher Zuckerrüben-anbauer e.V. (DNZ). „Die Einzelbehandlung der Pflanze über die Beizung des Samenkorns ist immer der wirksamste und nachhaltigste Schutz im Vergleich zu einer flächendeckenden Ausbringung.“

Bisher gab es im Zuckerrübenanbau eine Ausnahmeregelung hinsichtlich der Anwendung von Neonicotinoiden. Mit der Saatgutbeizung sind die Wirkstoffe auf einen definierten Bereich begrenzt und kommen nur gezielt gegen Schädlinge zum Einsatz. Alle anderen Insekten, wie beispielsweise Bienen und andere Nützlinge, können so nicht gefährdet werden.

Lange hatten sich die zuckerwirtschaftlichen Interessenverbände auf nationaler und europäischer Ebene für die Fortsetzung der bestehenden Ausnahmeregelung eingesetzt. Nach der heutigen Entscheidung müssen die Rübenbauern nun über alternative Pflanzenschutzmaßnahmen nachdenken.

„Künftig werden wohl wieder mehr Feldüberfahrten mit der Pflanzenschutzspitze notwendig werden“, folgert Helmut Bleckwenn weiter. Dies hat möglicherweise nicht nur ökonomische sondern auch ökologische Folgen.“

Das generelle Verbot von Neonics sieht der DNZ in erster Linie der Politik geschuldet, die sich im Zuge einer zunehmenden gesellschaftlichen Diskussion immer weniger an wissenschaftlichen Fakten orientiert. Sinnvoller wäre es stattdessen gewesen, die Ausnahmeregelung für Zuckerrüben zu verlängern und durch fruchtartenspezifische Begleitforschung zu ergänzen. 


 

 

Chemischer Pflanzenschutz auf dem Prüfstand

Phenmedipham und Desmedipham sind seit vielen Jahren bewährte und wichtige herbizide Wirkstoffe im Zuckerrübenanbau. Die Zulassung beider Wirkstoffe läuft zum 31. Juli 2018 aus. Daher werden sie derzeit im Rahmen der regulären Wirkstofferneuerung auf EU-Ebene erneut bewertet, berichtet Bayer CropScience.

Eine Abstimmung über die Listung wird im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Nahrung und Futtermittel (Standing Committee on Plants, Animals, Food and Feed; SCoPAFF) frühestens im Juli 2018 erfolgen. Sollte eine erneute Zulassung nicht erteilt werden, wären diese Wirkstoffe voraussichtlich ab Frühjahr 2020 nicht mehr verfügbar. Das Unternehmen kündigte an, neue Studien durchzuführen, um die Wirkstoffe hinsichtlich Karzinogenität und Reproduktionstoxität zu überprüfen.

Auch Fungizide stehen auf dem Prüfstand, wie Thiram, das ein breites Wirkspektrum abdeckt. Der Wirkstoff wird u. a. standardmäßig bei der Zuckerrübensaatgut-Behandlung eingesetzt. Die Zulassung läuft am 5. Juni 2018 aus und wird daher im Rahmen der Wiederzulassung erneut auf Risiken, insbesondere für Vögel und Säugetiere, geprüft. Anders als beim Ausdrillen von Mais, gehe im Zuckerrübenanbau laut der Thiram Task Force (TTF) keine Gefahr durch Abrieb oder Abdrift aus.

Angesichts der Glyphosat-Debatte hat das Europäische Parlament unlängst ein spezielles Komitee zur Einschätzung von Pflanzenschutzmitteln, die innerhalb der Europäischen Union zur Anwendung kommen (sollen), eingesetzt. Dies setzt sich aus unterschiedlichen Interessengruppen zusammen.

Gute Erträge bei schwieriger Marktlage

Erntebilanz zum Auftakt der Winterversammlungen

Hannover, 31.01.2018 – Die Witterungsbedingungen bei der Rübenernte waren alles andere als einfach. Dennoch wurden in den meisten Anbauregionen des Verbandsgebietes sehr gute Zuckererträge erzielt. Mit Sorge blickt der Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer e.V. (DNZ) aber auf die Vermarktung.

Nach rund 130 Tagen ist die Zuckerrüben-Kampagne in der vorletzten Januar-Woche zu Ende gegangen. „Regional gab es im Verbandsgebiet sehr große Unterschiede bei den Erntebedingungen“, resümiert Helmut Bleckwenn, Vorsitzender des DNZ. „In fast allen Anbauregionen waren Roden und Verladen der Rüben witterungsbedingt extrem schwierig. Einige wenige Schläge und Teilflächen konnten daher gar nicht beerntet werden.“ Dennoch waren die Ernteerträge in den meisten Gebieten sehr erfreulich. Insgesamt konnten die norddeutschen Rübenanbauer durchschnittlich 78 Tonnen Rüben je Hektar bei einem Zuckergehalt von 17,6 Prozent einfahren.

Obwohl Aussaat- und Erntebedingungen nicht ideal waren, hat die Zuckerrübe wieder einmal gezeigt, welches Potenzial in dieser Pflanze steckt. Dies ist auch notwendig, denn die Zuckerpreise sind nach Ende der Quotenregelung deutlich zurückgegangen. Mit Beginn des neuen Zuckerwirtschaftsjahres herrschen neue Marktverhältnisse. In vielen Mitgliedstaaten der Europäischen Union wurden die Anbauflächen deutlich ausgedehnt.

Im vergangenen Zuckerwirtschaftsjahr notierte der durchschnittliche Zuckerpreis in der EU noch knapp unter 500 Euro je Tonne. Dagegen rechnen Marktexperten für das laufende Jahr vom 1. Oktober 2017 bis 30. September 2018 mit einem erheblichen Preiseinbruch. In der jüngsten Preisberichterstattung der EU-Kommission werden für November 2017 nur noch 410 Euro je Tonne Weißzucker gemeldet. „Der Druck auf den Binnenmarkt hält weiter an, da auch vom Weltmarkt keine Impulse kommen“, sagt Dr. Heinrich-Hubertus Helmke, Geschäftsführer des DNZ.

Am 5. Februar 2018 beginnen die alljährlichen Winterversammlungen gemeinsam mit der Nordzucker AG. Dann haben alle Verbandsmitglieder die Gelegenheit, sich über wirtschaftspolitische und gesellschaftliche Themen rund um Rübe und Zucker zu informieren. Eine Terminübersicht befindet sich unter unserer Rubrik "Termine".


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Internationale Grüne Woche

Die Internationale Grüne Woche Berlin lädt zum 83. Mal in die Messehallen unter dem Berliner Funkturm ein. Vom 19. bis 28. Januar präsentiert die weltgrößte Messe für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau eine globale Marktübersicht der Nahrungs- und Genussmittel sowie eine Leistungsschau der Landwirtschaft und des Gartenbaus. Das diesjährige Partnerland ist Bulgarien.

Auch die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) wird mit einem Stand auf der Messe innerhalb des Erlebnis-Bauerhofes in Halle 3.2 vertreten sein. Auf der 60 Quadratmetergroßen Standfläche wird der Weg des Zuckers von der Rübe bis zum Frühstückstisch beschrieben. Zudem können Besucher mittels eines neu entwickelten elektronischen Quiz ihr Wissen rund um Zuckerrübe, Zucker und Ernährung testen. Mit Kochshows, Broschüren, Videos, praktischer An­schauung und im persönlichen Gespräch zeigt die WVZ, wie jeder Verbraucher einfach selbst entscheiden kann, wie viel Zucker er essen möchte.

Für Lehrer und Schülergruppen wird die komplexe Produktionskette der Zuckerherstellung einfach und altersgerecht vermittelt. Unter dem Motto „Wissenswertes zum Anschauen, Anfassen und Probieren“ finden vielfältige Aktivitäten am Stand statt. Ziel ist es, neue Einblicke zu geben, Denkanstöße zu vermitteln und Verständnis und Dialog zwischen Landwirten und Verbrauchern zu fördern.

Als Stärkung für große und kleine Messebesucher werden wieder selbstgemachte Waffeln und Marmelade angeboten. Die Messe ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Halle 3.2, in der der ErlebnisBauernhof und der Zuckerstand zu Hause sind, ist über den Eingang Messe Süd am einfachsten zu erreichen. Besuchen Sie uns auf der Grünen Woche!

Glyphosat um fünf Jahre verlängert

Die EU-Mitgliedstaaten haben der Verlängerung von Glyphosat um weitere fünf Jahre zugestimmt. 18 der 28 EU-Länder sprachen sich in Brüssel für einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission aus. Mehrfach war eine Entscheidung über ein Verbot oder die Verlängerung der Zulassung verschoben worden. Zuletzt war vor knapp zwei Wochen eine Abstimmung des zuständigen Fachausschusses ohne klares Votum ausgefallen.

Die 18 Mitgliedstaaten, die für eine Verlängerung gestimmt haben, repräsentieren 65 Prozent der Bevölkerung. Deutschland hatte sich lange der Stimme enthalten und gab zuletzt auf Initiative von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt seine Zustimmung. Frankreich, Italien, Belgien, Österreich und fünf weitere Staaten blieben bei ihrem Nein. Allein Portugal enthielt sich erneut der Stimme. Die EU-Kommission hatte eine Rückendeckung seitens der EU-Mitgliedstaaten zur Voraussetzung für eine Verlängerung von Glyphosat gemacht. Mit dem Votum in der Berufungsinstanz ist die Entscheidung für eine fünfjährige Wiederzulassung nun gefallen.

Der DNZ begrüßt die Zulassungsverlängerung, da Glyphosat für den bodenschonenden Anbau von Zuckerrüben mit Mulchsaat unverzichtbar ist. Besonders erfreulich wertet der Verband die mutige Entscheidung von Bundesminister Schmidt, da nach langem politischem Ringen innerhalb der Bundesregierung endlich die sachlich fachlichen Argumente den Ausschlag gegeben haben.

Rübenlaborringvergleich

Auf dem Rübenhof in Nordstemmen werden regionsübergreifend Zuckerrüben-Proben genommen.

Jedes Jahr führt der DNZ in Zusammenarbeit mit den norddeutschen Zuckerunternehmen und mit wissenschaftlicher Begleitung des Instituts für Zuckerrübenforschung (IfZ, Göttingen) Rübenlaborringvergleiche durch.

Auf dem Rübenhof in Nordstemmen wurden dieses Jahr wieder regionsübergreifend Zuckerrüben-Proben genommen. Jeweils 40 Rüben bildeten dabei eine Probe, die erst in Säcke verpackt und dann in den unterschiedlichen Laboren analysiert wurden. Das Rübenmaterial sollte dabei homogen sein, d. h. möglichst unbeschädigt, gesund und dem allgemeinen Durchschnitt entsprechend.

Die Ergebnisse des Laborringvergleichs werden genutzt, um die Vergleichbarkeit der Prozesse in den teilnehmenden Rübenlaboren zu überprüfen. Damit sollen für den Rübenanbauer jederzeit gleichmäßige Qualitätsstandards unabhängig vom Anlieferungsort der Rüben gewährleistet werden. Nach Kampagne-Ende wird die statistische Verrechnung der Daten im Arbeitskreis Rübenabnahme des DNZ von Wissenschaftlern des Instituts für Zuckerrübenforschung (IfZ) aus Göttingen vorgestellt. Ein abschließender Bericht erscheint regelmäßig in der Zeitschrift Zuckerrübe.