Aktuelle Meldungen

 

Niedersächsischer Zuckerrübentag in Rössing

Der diesjährige Niedersächsische Zuckerrübentag fand am 8. Juni 2017 in der Gemarkung Rössing auf der Fläche des Betriebes Kai Rodewald, in Sichtweite zur Zuckerfabrik Nordstemmen, statt. Bei frischen Temperaturen und etwas Nieselregen zu Beginn fanden sich rund 500 Besucher ein, um sich zu produktionstechnischen Themen im Zuckerrübenanbau zu informieren. Landwirtschaftskammer, ARGE Nord, Nordzucker und die Zuckerrübenanbauerverbände haben an acht Stationen ein umfangreiches Programm rund um Anbauverfahren, Düngung und Pflanzenschutz auf die Beine gestellt. Im Anschluss an die Führungen durch die Versuche konnten die angesprochenen Themen auf dem Campus an den Ständen der beteiligen Institutionen und Firmen aus der Industrie diskutiert werden.

Gero Schlinker (ARGE NORD) informiert über Insektizide in der Saatgutpillierung.

Neonicotinoide unter Beschuss

Die EU-Kommission beabsichtigt, den Einsatz von Neonicotinoiden in der Landwirtschaft generell zu verbieten. Dies betrifft dann auch die bewährten Beizmittel im Zuckerrübenanbau, für die derzeit eine Sonderregelung gilt. Die bestehenden Zulassungen sollen innerhalb von drei Monaten widerrufen werden. Als Aufbrauchfrist soll den Mitgliedstaaten eine Frist von maximal 6 Monaten eingeräumt werden. Sollten die Pläne der Europäischen Kommission umgesetzt werden, dürften Neonicotinoide somit bereits für die Aussaat 2018 nicht mehr zur Verfügung stehen.

Die Kommission geht davon aus, dass Neonicotinoide Bienen schädigen. Die Hersteller der Wirkstoffe sind jedoch der Überzeugung, dass die zugelassenen Anwendungen - vor allem als Beizmittel - sicher sind und von ihnen keine Gefahren für Bienen ausgehen.

Ein Verbot von Neonicotinoiden hätte erhebliche Konsequenzen für den Zuckerrübenanbau: Die Anbauer würden das effektivste und umweltverträglichste Instrument zum Schutz der Zuckerrüben vor Schädlingen und Krankheiten verlieren. Der Einsatz von Neonicotinoiden ist ein wichtiger Beitrag für einen nachhaltigen Rübenanbau in Deutschland. Die Sicherung des Ertragsniveaus ist für die Wettbewerbsfähigkeit des Rübenanbaus unverzichtbar. Ein Verbot wäre sowohl mit ökonomischen als auch mit ökologischen und sozialen Nachteilen behaftet.

Derzeit ist noch nicht klar, wann die Beschlussfassung in den zuständigen EU-Gremien erfolgen soll. Gemeinsam mit unseren verbundenen Organisationen der Rüben- und Zuckerwirtschaft und der berufsständischen Interessenverbände setzen wir uns derzeit auf allen politischen Ebenen für den Erhalt dieser für den Rübenanbau unverzichtbaren Wirkstoffe ein.

Zusätzlich bitten wir alle Rübenanbauer und der Landwirtschaft nahestehenden Partner um individuelle Unterstützung. Argumentationshilfen und Adressen stellen wir Ihnen gern zur Verfügung.

EU-Vorlage sieht zehn weitere Jahre für Glyphosat vor

Die Zulassung für das Herbizid Glyphosat könnte für weitere zehn Jahre verlängert werden, so der lange erwartete Vorschlag von EU-Verbraucherkommissar Vytenis Andriukaitis. Die Mitgliedsstaaten müssen der Vorlage noch zustimmen.

Die EU-Kommission schöpft damit den möglichen Spielraum von 15 Jahren für eine Verlängerung des Wirkstoffs nicht voll aus. Die EU-Kommission hatte sich dem Urteil ihrer wissenschaftlichen Berater und zuletzt an der Echa-Studie orientiert, die den Wirkstoff für ungefährlich hält. Ein Verbot des Netzmittels Tallowamin bleibe aber weiterhin bestehen. Außerdem soll Glyphosat nicht vor der Ernte, in öffentlichen Parks und Spielplätzen verwendet werden.

„Die Wissenschaftler hätten bis zum Abwinken analysiert“, erklärte EU-Agrarkommissar Phil Hogan im Agrarausschuss des Europäischen Parlamentes. Es sei froh, dass Glyphosat den Landwirten auch weiterhin  zur Verfügung stehen soll. Die EU-Kommission beschreibt ihre Vorlage nicht als offiziellen Vorschlag, sondern als eine Grundlage für die Debatte mit den EU-Mitgliedstaaten.

Mitte Juni treffen sich die nationalen Experten und die EU-Kommission im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (PAFF) in Brüssel. Im Ausschuss wird dann vor allem über die Dauer der Wiederzulassung verhandelt. Die EU-Kommission könnte die 10 Jahre noch verkürzen, wenn sie damit die Zustimmung von möglichst vielen EU-Mitgliedstaaten bekommt. Ein Veto der EU-Mitgliedstaaten ist nur mit qualifizierter Mehrheit möglich. Eine Entscheidung wird in der zweiten Jahreshälfte erwartet.

Kalorien im Zentrum der Ernährungsdebatte

Wer mehr Kalorien aufnimmt, als er verbraucht, nimmt zu. Dabei spielt es keine Rolle, woher die Kalorien stammen. Unter der Fragestellung „Kennen Sie Ihre Energiebilanz?“ hat die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) in Kooperation mit dem Berliner Tagesspiegel-Verlag daher eine Online-Expertendebatte initiiert, die stärker für den Zusammenhang von Körpergewicht und Kalorienbilanz sensibilisieren will. Online kann man sich an der Ernährungsdebatte unter folgendem Link beteiligen:

https://causa.tagesspiegel.de/opendebate/schmecktrichtig-zuckerwirtschaft.

Darin plädiert die WVZ für eine ehrliche Reformulierung, die mit einer signifikanten Kalorienreduktion einhergehen muss. Nur dies könne Verbrauchern helfen, Übergewicht zu reduzieren. Ernährungsbildung fange bereits in der Schule an. Der Kaloriengehalt von Lebensmittel ist in der Nährwertetabelle ausgewiesen. Hier ist besonders die Gesamtbilanz entscheidend und nicht das Fokussieren auf einzelne Zutaten. Zudem ruft die WVZ zu mehr Bewegung auf, denn diese helfe, einen gesunden Lebensstil zu unterstützen und die persönliche Kalorienbilanz im Gleichgewicht zu halten.

Eine Studie der University of Glasgow zeigt, dass allein durch die Senkung der Gesamtkalorienzahl effektiv etwas gegen Übergewicht getan werden kann. Wissenschaftler der Harvard School of Public Health kamen bei einem Diätvergleich zum gleichen Ergebnis.

Vertragsbedingungen für Zuckerrüben ab 2018 stehen fest

Die Nordzucker AG und der Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer e.V. (DNZ) haben sich auf die Vertragsbedingungen zur Lieferung von Zuckerrüben ab dem Anbaujahr 2018 verständigt. Den Rübenanbauern stehen wiederum verschiedene Wahlmöglichkeiten zur Verfügung.

 

Weiterlesen

WVZ: Weißbuch Zucker

Mit dem „Weißbuch Zucker" geht die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) auf zentrale Aspekte der gesellschaftlichen Debatte rund um Zucker ein, stellt Thesen auf den Prüfstand und listet wissenschaftlich belegte Fakten auf. In der 25seitigen Abhandlung sind Hintergründe, Positionen und Empfehlungen zu Zucker in der Ernährungs- und Gesundheitspolitik zusammen gefasst. Das Weißbuch Zucker ist unter folgendem Link abrufbar:
http://www.zuckerverbaende.de/images/stories/docs/pdf/2016_Weissbuch_Zucker.pdf