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Was ist Bioethanol? Ethanol für Verbrennungsmotoren ist nichts Neues. Schon Nikolas August Otto verwendete es um 1860 als Kraftstoff in einem Prototyp eines Verbrennungsmotors. Auch Henry Ford ging davon aus, dass es, hergestellt aus landwirtschaftlichen Rohstoffen, der wesentliche Kraftstoff für sein legendäres T-Modell sein würde. In Deutschland wurde es ab 1925 bis Kriegsende im großen Umfang dem Kraftstoff als Mittel zur Erhöhung der Klopffestigkeit des Benzins zugesetzt. Bioethanol (Ethylalkohol) kann durch Destillation nach alkoholischer Gärung oder durch vergleichbare biochemische Methoden aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden. In Deutschland kommen für die Produktion zunächst Getreide (Weizen, Roggen) oder Zuckerrüben in Frage. Für die Herstellung auf Basis von Lignocellulose (z. B. Stroh oder Holz) gibt es gegenwärtig keine kommerziell betriebenen Anlagen in Deutschland. Solche Verfahren befinden sich noch im Pilotstadium.
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Bioethanol-Tankstellen für "Flexible Fuel Vehicles" (FFV) Eine Liste von Tankstellen, die Bioethanol (E85) anbieten, finden Sie samt Übersichtskarte hier:
"Flexible Fuel Vehicles" (FFV) Eine Möglichkeit Ethanol als Kraftstoff zu nutzen, bieten die so genannten "Flexible Fuel Vehicles" (FFV), die sowohl stark ethanolhaltigen Kraftstoff mit bis zu 85 %Vol. Ethanol (E85) wie auch fossilen Ottokraftstoff verwenden können. FFV werden in den USA, Brasilien und Schweden eingesetzt. Die Technologie wurde maßgeblich von deutschen Unternehmen (z.B. VW) entwickelt. Ethanoltauglichen Pkw-Modelle bieten derzeit in Deutschland nur Ford (Focus 1.8 FFV, Focus C-MAX 1.8 FFV), Saab (9.5 2.0 Biopower) und Volvo (C30 1.8F FlexiFuel, S40 1.8F FlexiFuel, V50 1.8F FlexiFuel) an. Die Modelle basieren auf den vergleichbaren Benzinermodellen. Ventile und Ventilsitze sind jedoch aus härterem Stahl und alle Kraftstoff führenden Teile bestehen aus besonders korrosionsbeständigen Materialien. Dank effektiver Motorvorwärmung kann auch bei Temperaturen unter minus 15 °C problemlos gestartet werden. Das Motormanagement erkennt automatisch das Ethanol-Ottokraftstoff-Mischungsverhältnis. Es kann somit jede beliebige Ethanol-Ottokraftstoff-Mischung bis zu einem max. Anteil von 85 % Ethanol (E85) aber auch ausschließlich Ottokraftstoff getankt werden. Im Unterschied zu anderen bivalenten Fahrzeugen ist ein Zusatztank nicht erforderlich. Die Mehrpreise gegenüber den Benzin-Versionen liegen bei ca. 300 € (Ford), 400 € (Volvo) bzw. 1.000 € (Saab). Durch den Einsatz eines Sensors und eines Zusatzsteuergerätes kann nahezu jedes benzingetriebene Fahrzeug für den Ethanolbetrieb umgerüstet werden Die Kosten für einen solchen Umrüstsatz betragen je nach Fahrzeug zwischen 600 € und 1000 €.
Preis, Mineralölsteuer, Mehrverbrauch Da Ethanol einen um ca. 35 % geringeren Energiegehalt als Ottokraftstoff hat, ist mit einem Mehrverbrauch von bis zu einem Drittel zu rechnen. Für E85 zahlt man zwischen 82 und 98 Cent/Liter. Setzt man den Preis mit dem Energiegehalt in Relation, liegen die Kosten zwischen 120 und 130 Cent/Liter. Bioethanol ist nach dem EnergieStG bis Ende 2009 von der Energiesteuer befreit.
Umweltaspekte Wenn von Vorteilen bei der Verwendung von Bioethanol die Rede ist, werden hauptsächlich umweltrelevante Aspekte genannt: Man geht dabei davon aus, dass bei der Verbrennung von Bioethanol nur so viel klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) entsteht, wie die Pflanzen beim Wachstum der Atmosphäre entzogen haben. Da der Anbau und insbesondere der Herstellungsprozess jedoch meist fossile Energien verbraucht, ist der CO2-Kreislauf nicht vollständig geschlossen. Verschiedene Studien gehen je nach verwendetem Rohstoff von einer CO2-Minderung von 20-75 % aus. Ethanol aus Zuckerrüben zeigt durch die sehr hohe Ethanolausbeute pro Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche das höchste Potential zur CO2 Reduktion. Zusätzlich zeigen ethanolhaltige Kraftstoffe im Vergleich zu ethanolfreien im Allgemeinen eine Verminderung der Emissionen von Kohlenwasserstoffen HC, Kohlenmonoxid CO und aromatischen karzinogenen Verbindungen (z.B. Benzol). Bezüglich der Stickoxide NOx wurden teils Verminderungen, teils Erhöhungen festgestellt.
Verfügbarkeit Zurzeit sind bundesweit sieben Anlagen mit einer maximalen Produktionskapazität von 720.000 m³ Bioethanol in Betrieb. Weitere sechs Anlagen mit einer Produktionsleistung von insgesamt 430.000 m³ befinden sich im Bau. Für die nächsten zwei Jahre sind zusätzlich 1.600.000 m³ Jahreskapazität in Planung. Nach Fertigstellung der im Bau befindlichen Anlagen werden in Deutschland etwa 285.000 m³ Ethanol pro Jahr allein aus Zuckerrüben gewonnen, der größere Anteil der Ethanolproduktion stammt aus Getreide als Rohstoff.
Informationsmaterial
Feldrandschild Bioethanol
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Informationen zum Ethanolrübenanbau
Akzente
"Sonderausgabe Bioethanol"
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Poster
Bioethanol --
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